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Fichten auf Wanderschaft und andere Harzer Weihnachtsgeschichten

Bald ist es soweit: Das Weihnachtfest steht vor der Tür und jetzt in der schönen Vorbereitungszeit durchströmt Plätzchenduft die heimische Küche, erfüllt Kerzenlicht jeden Raum, schallen Weihnachtslieder durch die Geschäfte und surren Kettensägen durch die Harzer Bergwelt
Moment – Kettensägen? Kettensägen sind eigentlich nicht besonders weihnachtlich, trotzdem haben sie hier im Oberharz zur Weihnachtszeit Tradition. Warum das so ist? Die Harzer Fichten wachsen zu wahren Baumriesen heran und erreichen Höhen von bis zu 28 Metern. Das macht sie natürlich besonders attraktiv für die Städte dieser Welt, die Markt und Co. mit einem überdimensionalen Weihnachtsbaum schmücken möchten. Die Forstämter liefern schon seit vielen Jahren Bäume nach Berlin, Braunschweig und Wolfsburg. Neben den Schloss Arkaden in Braunschweig, dem Reichstag und einem Berliner Stadtteil verbreitet in diesem Jahr erstmals auch in der Autostadt Wolfsburg eine Fichte aus dem Harz Weihnachtsstimmung. Neben der beachtlichen Größe ist auch der Wuchs wichtig. Wie ihr den perfekten Weihnachtsbaum schmückt, erklärt der Experte.

Eine andere Tradition zur Weihnachtszeit im Oberharz ist das Theatro Piccolo. Eine Elterngruppe spielt jedes Jahr im Dezember in der Stadthalle von Clausthal-Zellerfeld ein anderes Märchenstück. Am 8. und 9. Dezember steht in diesem Jahr Die goldene Gans auf dem Programm. Mehr Infos bekommt ihr in der Tourist-Information.

Und wer das Oberharzer Brauchtum erleben will, sollte am 27. Dezember den Großen Oberharzer Heimatabend besuchen: Neben Gesang und Jodlerei kommt auch das tradtionelle Tscherperessen auf den Tisch. Das Tscherperessen oder auch Schärper ist eng mit dem Harzer Bergbau verbunden. Namenspatron ist der Tscherper, den die Bergleute als Berufsmesser immer bei sich zu tragen hatten. Das Messer mit gerader, starker Klinge diente ihnen als Werkzeug, damit Schäden, welche die Sicherheit eventuell hätten gefährden können, sofort repariert werden konnten. Zudem diente es dem Kumpel unter Tage als einziges Essbesteck. Das Tscherperessen ist daher zünftig und wird mit Harzer Schmorwurst, Hausschlachtewurst, Thüringer Mett, Käse, Schmalz, Gurken und Brot serviert. Natürlich dürfen auch Bier und ein Bergmannsschnaps nicht fehlen. Die Harzer Schmorwurst wird übrigens auch gerne zu Heiligabend mit Kartoffelsalat gegessen.

Wenn ihr einen Ausflug in den verschneiten Oberharz plant, zum Beispiel bei einer Winterwanderung, dann packt euch doch eine Kanne selbstgemachten Glühwein mit ein. Ein tolles Rezept gibt es hier:

Oxfam Trailwalker – Wie weit gehst Du für eine gerechte Welt ohne Armut?

100 Kilometer in 30 Stunden, zu Fuß, durch die malerische Landschaft des Oberharzes in Niedersachsen – das ist der Oxfam Trailwalker. Klingt nach Waldspaziergang? Ganz und gar nicht! Zwar lässt die Natur im Oberharz einen mal so richtig auftanken, aber die Teams des Oxfam Trailwalkers gehen für eine Welt ohne Armut an ihre Grenzen.

Aber was ist der Oxfam Trailwalker eigentlich? Der Oxfam Trailwalker ist der weltweit größte Spendenlauf für internationale Bildungsprojekte der Entwicklungsorganisation Oxfam und findet in Deutschland am 8. und 9. September im schönen Oberharz statt. Deutschlandweit bietet der Oberharz als Mittelgebirge mit unterschiedlichen Höhenmetern, einem gut ausgebauten Wanderwegenetz und seiner unberührten Natur die idealsten Bedingungen für den Oxfam Trailwalker. An den Start gehen in diesem Jahr 129 Teams à vier Personen. Innerhalb von 30 Stunden und ohne Unterbrechung müssen die Jungs und Mädels 100 Kilometer zu Fuß zurücklegen, dabei Verkehrsstraßen queren, sich gegen Steigungen stemmen, widrigen Matschwegen trotzen, über Stock, Stein und Bachlauf springen oder weite Lichtungen durchstreifen. Um starten zu können, muss jedes Team einen Spendenbetrag von mindestens 2.000 € aufbringen.

Schaut euch doch mal die Impressionen des Oxfam Trailwalker 2011 an:

Der Spendenerlös der Veranstaltung kommt Bildungsprojekten der Organisation Oxfam Deutschland e.V. und damit bedürftigen Ländern zugute. Ganz besonders wichtig und bewundernswert ist dabei der Einsatz für die Rechte der Mädchen und Frauen. In vielen Staaten Afrikas oder Südasiens werden Mädchen und Frauen noch immer unterdrückt, sind psychischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt, haben keinen Zugang zu Bildung und damit keine Chance einen Weg aus der Armut zu finden. Oxfam und ihre Partnerorganisationen möchten das ändern und investieren in viele Projekte mit und vor allem für Frauen.

“Eine Frau weicht nur zurück, um besser Anlauf nehmen zu können.” Zsa Zsa Gabor

In Äthiopien zum Beispiel kämpfen die Frauen mit der Abwanderung ihrer Männer in die Städte. Vielen ziehen aus, um Arbeit zu finden, kehren aber nie zurück. In der Provinz Darra haben Oxfam und die Partnerorganisation Community Initiative Support Organisation im Jahr 2009 begonnen, Witwen, Waisen, von HIV/AIDS betroffenen Menschen sowie stark verarmten Kleinbauern 3 Schafe zu überlassen. Die ersten 3 Lämmer wurden an andere arme Dorfbewohner abgegeben und so weiter. Auf diese Weise trägt sich das Projekt langfristig selbst. Inzwischen konnten auch Kühe ins Programm integriert werden. Ein toller Ansatz, der Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht. In Benin hingegen setzt sich die Organisation ASSOVIE für Schuldbildung ein. Hier herrscht die Tradition vor, die eigenen Kindern von den Dörfern in gut situierte Familien in der Stadt abzugeben. Inzwischen ist daraus ein krimineller Geschäftszweig geworden, denn billige Arbeitskräfte sind stark begehrt. 85 Prozent der weggegebenen Kinder sind Mädchen. Sie werden in ihren „Gastfamilien“ meist schlecht behandelt, geschlagen, missbraucht und haben keine Chance auf Bildung. ASSOVIE hat Schulen auf 20 Märkten in verschiedenen Städten errichtet, in denen die Kinder wenigstens für eine kurze Zeit lernen können. Zudem spricht die Organisation mit den „Gastfamilien“, Händlern und einflussreichen Persönlichkeiten, um das Leben der Kinder zu verbessern. In Südafrika wiederum steht das Frauenhaus der Partnerorganisation NISAA, in dem Frauen und Kinder, die häusliche Gewalt erfahren haben, eine Zuflucht finden. Psychologische Betreuung, Arbeit in der Gruppe, Kunsthandwerksausbildungen und Gespräche mit anderen betroffenen Frauen helfen ihnen den Weg in ein neues Leben zu finden.

Diese und viele weitere Projekte zeigen, wie wichtig die Arbeit Oxfams und die Unterstützung durch Spenden ist. Der Oxfam Trailwalker ist eine tolle Möglichkeit zu helfen und sich für eine bessere Welt einzusetzen.

Bleibt dran, am Freitag stellen wir euch eines der Teams näher vor!

Von April bis Mai heißt es im Harz: Immer der Nase nach – Auf der Suche nach der Hexenzwiebel!

Im Frühling sprießt er wieder, der Allium ursinum, besser bekannt als Bärlauch, zufinden im Harz und seinem Vorland.

Derzeit sollte man bei einer Wanderung durch die herrliche Harzer Natur nicht nur Augen und Ohren offen halten, um auch ja keinen Sinneseindruck zu verpassen, sondern man sollte ebenfalls auf seine Nase achten. Denn die Monate April und Mai sind die Blütezeit des wohlschmeckenden, mit Knoblauch, Zwiebel und Schnittlauch verwandten Bärlauchs, der sich für die Verwendung in der eigenen Küche bestens eignet.

Bärlauch ist aber keines Wegs an jeder Ecke zu finden, gerade im Norden der Republik ist es selten geworden, was auch der Grund dafür ist, dass erfahrene Sammler die von ihnen gefunden Vorkommen keines Falls leichtfertig preis geben. Bärlauch ist mancher Orts sogar so selten geworden, dass es nötig wurde, das Sammeln in Naturschutzgebieten grundsätzlich zu verbieten. Wer jedoch das Glück hat, bei seiner Suche fündig zu werden, der darf für den heimischen Küchenbedarf sammeln, nicht aber “im großen Stil” Bärlauchfelder ernten.

Auch nicht leichtfertig sollte der ungeübte Sammler alles was aussieht wie Bärlauch in seinem Körbchen sammeln. Woran erkenne ich Bärlauch? Denn Maiglöckchen, Herbstzeitlose und der Gefleckte Aronstab ähneln dem Bärlauch, ihr Verzehr kann aber zu tödlichen Vergiftungen führen.

Hier ein kleines Video mit einigen Tipps wie ihr Bärlauch identifizieren könnt:

Bärlauch hat sich aber nicht nur in der Küche seine Daseinsberechtigung erarbeitet, sondern auch im Bereich der Naturheilkunde:
Neben seiner allgemeinen stärkenden Wirkung hilft Bärlauch bei chronischen Hautausschlägen und Flechten, da er die Fähigkeit besitzt, das Blut zu reinigen. Durch seinen Gehalt an Senfölglykosiden wirkt er ebenfalls verdauungsfördernd und wirkt sich positiv auf die Darmflora aus. Vor allem nach der Behandlung mit Antibiotika, eignet er sich zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes im Darm. Auch fördert diese Pflanze die Durchblutung, ist nützlich bei Entgiftungskuren und stärkt das Immunsystem.

Der Bärlauch wurde schon bei den alten Germanen an bestimmten heiligen Tagen als Kultspeise gegessen. Die Germanen wußten damals schon von der reinigenden Kraft der Hexenzwiebel und waren überzeugt davon, dass alte Verhärtungen aufgelöst werden. Nach den langen Wintern verzehrten sie die frischen Blätter des Bärlauches um den Körper zu kräftigen und zu entschlacken.

Veranstaltungstipp: Der Oberharz – herausragend!

Der Oberharz – herausragend!

Der Oberharz – herausragend!

Am 18. März findet im Kurgastzentrum Altenau in der Hüttenstraße 9 in der Bergstadt Altenau ab 14:00 Uhr die  Vortragsveranstaltung “Der Oberharz – herausragend!” statt. Neben vielen Sachvorträgen über die Geschichte, die Geographie, das Regionalbewußtsein, die Volkskultur sowie das aktuelle Tourismuskonzept der Region Oberharz geben örtliche Firmen Gelegenheit, Oberharzer Produkte und Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen.

Weitere Informationen auf www.oberharz.de